Lexikon der Naturheilkunde - Neues aus der Forschung

Wie man Gesunde zu Kranken stempelt

Nicht jede Befindlichkeitsstörung ist gleich eine Krankheit. Wissenschaftler aus Australien haben jetzt der Pharmaindustrie vorgeworfen, dass sie Krankheiten erfinden würde, um mehr Produkte zu verkaufen. Ihre Anschuldigungen richten sich zwar hauptsächlich gegen den amerikanischen Markt, doch zum Nachdenken regen sie dennoch an.

So kritisieren die Experten etwa den Umgang der Pharmahersteller mit den Wechseljahren. Ein weiteres typisches Beispiel sei die Behauptung, wonach 43 Prozent aller Frauen an sexueller Dysfunktion litten. Hier werden nach der Meinung der Kritiker „normale", zum Leben gehörende Befindlichkeitsstörungen oder Zustände in bezahl ten Kampagnen so dargestellt, dass der Eindruck entsteht, es handle sich hierbei um eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Damit würden die Grenzen des Krankseins bewusst ausgedehnt um Märkte für diejenigen zu schaffen, die Medikamente herstellen und verkaufen.

Auch einen neuen Begriff gibt es bereits für diese verantwortungslose Strategie: „Disease mongering". Die Experten sehen darin eine Gefahr, Gesunden durch unnötige Medikamente Schaden zuzufügen. Zu den Erkrankungen, die nach ihrer Meinung keine sind, zählen sie auch hohe Cholesterinspiegel und Osteoporose, das Restless-Leg-Syndrom und leichte Darmreizungen.

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