
Unsere Großeltern wussten noch: „Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund!" Endiviensalat, Grünkohl, Rosenkohl, aber auch Wermut und eine Reihe von Küchenkräutern versorgten den Körper früher mit Bitterstoffen. Heute sind die Bitterstoffe aus Obst und Gemüse herausgezüchtet. Ein Beispiel ist die Grapefruit: Es gibt kaum noch die gelben, herberen Früchte, sondern es werden verstärkt die süßeren, rosafarbenen Sorten angeboten. Anderen Nahrungsmitteln ging es ebenso: Chicorde, Radicchio oder Artischocken sind heute fast bitterfrei gezüchtet.
Doch allmählich besinnt man sich wieder auf die gesundheitsfördernde Wirkung der Bitterstoffe. Sie regen die Sekretion von Verdauungssäften in Magen, Bauchspeicheldrüse und Galle an. Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette werden besser verdaut. Bitterstoffe aktivieren die Darmbewegung, wirken leicht abführend und bringen den Energiestoffwechsel in Schwung.
Fehlen Bitterstoffe, können sich eine Azidose und bleierne Müdigkeit einstellen. Dann helfen Bitterstoffe in konzentrierter Form. Sie sind unter anderem in Angelikawurzel, Enzianwurzel, Gelbem Ingwer, Blutwurz, Zimtrinde, Kardamomsamen und Mariendistelkraut enthalten.
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