
Vitamin K ist nicht die Bezeichnung für einen Stoff sondern für eine Gruppe von Verbindungen. Vitamin K1 (Phyllochinone) findet man in pflanzlicher Nahrung, vor allem in grünem Blattgemüse und in eineigen pflanzlichen Ölen. Vitamin K2 (Menochinone) findet sich in geringen Mengen in Käse, Fleisch und fermentierten Soja - Produkten und es wird von gut Bakterien synthetisiert. Im Körper wird Vitamin K für verschiedene Carboxylierungsreaktionen benötigt, welche für die Blutgerinnung und Knochenbildung wichtig sind. Für die Produktion der Knochenmatrixproteine Osteocalcin und Matrix Gla wird Vitamin K benötigt (1). Die zirkulierenden Mengen uncarboxylierten Osteocalcins sind höher, wenn der Vitamin K Status beeinträchtigt ist. Solch höhere Mengen wurden in postmenopausalen Frauen und in Patienten mit Hüftfrakturen beobachtet und diese Werte verbesserten sich bei Gabe von Vitamin K (2). Niedrige Vitamin K - Spiegel konnten bei Patienten mit einer niedrigen Knochen-mineraldichte beobachtet werden (1) und in einer großen Überwachungsstudie mit Frauen im mittleren Alter führte dies zu einem höheren Risiko einer Hüftfraktur über 10 Jahre (3).
Kann eine Vitamin K - Einnahme Osteoporose verhindern helfen und damit auch die Frakturrate bei älteren Personen senken? Verschiedene randomisierte Kontrollstudien weisenauf einen Nutzen hin (4-6). In einer randomisierten Kontrollstudie wurde ein Multinährstoffpräparat (Calcium, Magnesium, Zink und Vitamin D) oder ein Multinährstoffpräparat plus Vitamin K1 gegen ein Placebo an 155 gesunden, postmenopausalen Frauen (50-60 Jahre) über drei Jahre getestet. Die Ergebnisse zeigten, dass der Knochenschwund am Schenkelhals verglichen mit der Placebo - Gruppe um 1,7% durch das Multinährstoffpräparat und um 1,3% (95%CI:0, 10-3,41) durch das Multinährstoffpräparat kombiniert mit Vitamin K1 gesenkt werden konnte (7). In einer randomisierten Kontrollstudie aus den Niederlanden wurde der Effekt von Vitamin K - Supplementen auf den Anteil des Knochenschwundes bei Ausdauersportlerinnen (n=115) überprüft, wobei den Frauen zwei Jahre lang entweder Vitamin K1 oder ein Placebo gegeben wurde. Die Resultate fielen negativ aus. Die Supplementation hatten keinen Einfluss auf den Anteil des Knochenschwundes (8). In einer kürzliche veröffentlichten Studie aus Japan zeigte Vitamin K einen positiven Nutzen zur Senkung des Risikos einer vertebralen Fraktur. In der randomisierten Kontrollstudie wurde jeweils eine der folgenden Behandlungen bei 396 postmenopausalen Frauen über zwei Jahre angewandt: Hormonersatztherapie, drei verschiedene Arzneimitteltherapien, Vitamin K2 oder keine Behandlung (Kontrolle).
Verglichen mit der Kontrollgruppe, konnte bei der, mit Vitamin K2 behandelten, Gruppe ein positiver Effekt auf die Knochenmineraldichte und ein reduziertes Risiko einer vertebralen Fraktur beobachtet werden (9).
Demnach mehren sich die Anzeichen, dass die Einnahme von Vitamin K für die Senkung des Risikos eines Knochenbruches durch Osteoporose von Nutzen sein kann. Bedenken über die nachteiligen Effekte von Vitamin K auf die Blutgerinnung erschienen ungerechtfertigt (1). Als Teil eines allgemeinen Ernährungsansatzes zur Prävention der Osteoporose könnte Vitamin K, zusammen mit einer angemessenen Vitamin D - und Calcium - Versorgung, eine wichtige Komponente darstellen.
Quellen:
I. Proc Nutr Soc. 2003 ;62 (4):839-43.
2. Gurr Pharm Des. 2004; 10(21):2557-76.
3.Am J Clin Nutr 1999 Jan; 69(I):74-9.
4. Bone. 2002; 31 (1):1 14-8.
5.J Bone Miner Res. 2000; 15(3):515-21.
6. Calcif Tissue Int. 2000; 66(2):123-8
7. Calctf Tissue Int. 2003; 73(1):21-6.
8.Am J Sports Med 2003; 31 (6):889-95.
9. Am J Med. 2004; 117(8):549-5
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