
«Sind Männer mit einem niedrigen Selenspiegel einem erhöhten Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, ausgesetzt?» ist der Titel einer aktuellen Publikation. Die Antwort zweier grosser Studien, eine aus den U.S.A. und die andere aus Europa, ist ein klares Ja. Selen kann das Risiko für Prostatakrebs senken und zwar durch seine essentielle Rolle im wichtigen Antioxidationsenzym, der Glutathionperoxidase.
In einer aktuellen Metaanalyse, welche bestimmen sollte, ob hohe Selenspiegel bei Männern mit einem niedrigeren Risiko für Prostatakrebs assoziiert werden können, wurde möglixcherweise ein schützender Effekt gefunden. Zwanzig epidemiologische Studien wurden analysiert. Nach Beurteilen der Zehennägel-, Serum- und Plasma-Selenspiegel betrug der vereinte, standardisierte, mittlere Unterscheid zwischen den Krebsfällen und den Kontrollpersonen -0,23, was nahe legt, dass Selenspiegel mit einem Prostatakrebs umgkehrt korrelieren. Die Autoren schlossen daraus:
In einer eingebetteten Fall-Kontroll-Studie, welche 724 Personen mit bestehendem Prostatakrebs und 879 Kontrollpersonen umfasste, war ein hoher Serumselenspiegel mit einem reduzierten Risiko für Prostatakrebs bei Männern mit den folgenden Merkmalen verbunden: Eine erhöhte Vitamin E-Aufnahme, Verwendung von Multivitaminpräparaten und Rauchen. Die Teilnehmer wurden über 8 Jahre medizinisch begleitet. Obwohl über das Gesamte gesehen, kein Zusammenhang zwischen dem Selen im Serum und einem Risiko für Prostatakrebs gefunden werden konnte, wurde bei Männern mit einer hohen Vitamin E-Aufnahme (>28 I.E. pro Tag) eine umgekehrte Verknüpfung beobachtet, da diese Männer im obersten Viertel der Serumselenkonzentration ein um 42% gesenktes Risiko für Prostatakrebs aufwiesen verglichen mit den Vitamin E-Verwendern im untersten Viertel der Selenserumkonzentration. Eine vergleichbare umgekehrte Verknüpfung konnte bei Verwendern von Multivitaminpräparaten gefunden werden, bei welchen Personen im obersten Viertel der Serumselenkonzentration ein um 39% gesenktes Risiko für Prostatakrebs aufwiesen verglichen mit den Multivitaminverwendern im untersten Viertel. Zusätzlich wurde dieser Effekt bei Rauchern beobachtet. Da Raucher im obersten Viertel der Serumselenkonzentration ein um 35% reduziertes Risiko für Prostatakrebs aufwiesen verglichen mit den Rauchern im untersten Viertel. Somit schlossen die Autoren dieser Studie: «Bei Männern, welche eine erhöhte Vitamin E-Aufnahme angaben, bei Verwendern von Multivitaminpräparaten und bei Rauchern sind höhere Konzentrationen von Selen im Serum mit einem gesenkten Prostatakrebsrisiko verknüpft.»
Brinkman M, et al.Are men with low selenium levels at increased risk of prostate cancer? Eur J Cancer, 2006; 42(15): 2463-2471.
Peters U et al.Serum selenium and risk of prostate cancer-a nested case-control study.Am J Clin Nutr, 2007; 85(1): 209-17.
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