Lexikon der Naturheilkunde - Neues aus der Forschung

Die Einnahme von B-Vitaminen ist vorteilhaft bei Herzerkrankungen

Zahlreiche Studien konnten schon die Verknüpfung zwischen der Höhe des Homocystein - Spiegels im Blut und dem damit steigenden Risiko an Arteriosklerose zu erkranken aufzeigen. Kombinationen aus Folsäure, Vitamin B6 und B 12 können wirksam den Plasmahomocystein - Spiegel senken, aber es ist wenig über den Effekt der B - Vitamine auf das Fortschreiten der Arteriosklerose bekannt. Ultraschallmessungen der Dicke der Intima - media der Karotis (Intima -media thickness = IMT) können Hinweise sowohl auf eine Arteriosklerose im frühen Stadium als auch auf eine spätere koronare Herzerkrankung und einen Schlaganfall liefern.

In Deutschland wurde nun eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie durchgeführt, um den Effekt einer Homocystein - senkenden Therapie auf die IMT zu überprüfen. Fünfzig Patienten (60 +/- 8 Jahre) mit einem IMT 1 mm wurden täglich über ein Jahr 2,5 mg Folsäure, 25 mg Vitamin B6 und 0,5 mg Vitamin B12 oder ein Placebo verabreicht. In der Verum - Gruppe sank der Homocystein -Spiegel von 10,5 +/- 3,9 auf 6,6 +/- 1,5 gmo1/1 (P<0,0001), während der Homocystein - Spiegel in der Placebo - Gruppe unverändert blieb (10,8 +/- 2,4 vs. 10,5 +/- 3,3 umo1/1). Die IMT sank in der behandelten Gruppe von 1,50 +/- 0,44 auf 1,42 +/- 0,48 mm (P=0,034), währenddessen bei der Placebo - Gruppe die IMT von 1,47 +/- 0,57 auf 1,54 +/- 0,71 mm (P=0,019) zunahm. Die Autoren schlossen daraus, dass Vitamin - Supplementation die IMT bei den Patienten signifikant senken kann. Diese wichtige Studie legt somit nahe, dass B -Vitamine helfen können das Risiko der Arteriosklerose, hervorgerufen durch einen hohen Homocystein -Spiegel, senken kann.

Quelle:Atherosclerosis; 2005; 181: 131-135

Zuvor durchgeführte Studien konnten zeigen, dass die Folat -Einnahme die Endothelfunktion verbessert, ein Effekt, der das Risiko einer Herzerkrankung senken kann. Es ist nicht bekannt, ob Folsäure in einem akuten Fall die koronare Dilatation bei Patienten mit einer ischämischen Herzerkrankung verbessern kann. Deshalb führten Wissenschaftler in Harvard eine doppelblinde, placebokontrollierte, cross-over Studie durch, um die Hypothese zu überprüfen, ob hochdosierte, oralverabreichte Folsäure die koronare Dilatation bei Patienten mit einer Erkrankung der Koronararterien verbessern kann. Vierzehn Patienten mit einer ischämischen Herzerkrankung (Alter 62 +/- 12 Jahren, Mittelwert und SA) wurden in die doppelblinde, placebokontrollierte, cross-over Studie aufgenommen. Der myokardiale Blutstrom (myocardial blood flow = MBF) wurde mittels Positronenemissionstomographie ermittelt und die myokardiale Strömungsreserve wurde berechnet. Jeder Patient wurde nach der Gabe eines Placebos oder 30 mg Folsäure untersucht. Die Gabe von Folsäure war verknüpft mit einer Reduktion des mittleren arteriellen Druckes (100+/- 12 mm HG vs. 96+/- 11 mm Hg, Placebo vs. Folat, p<0,03). Folsäure steigerte den myokardialen Blutstrom bis zu 49% (p<0,02). Die Autoren schlossen daraus, dass hochdosiertes, oralverabreichtes Folat auch bei akuten Fällen den Blutdruck senken und die koronare Dilatation bei Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung verbessern kann.

Quelle. American College of Cardiology; 2005; 45: 1580-1584

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