Naturheilkunde von A bis Z
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass man einen Text nur dann versteht, wenn man auch die Worte definieren kann, die in den Texten vorkommen. Es ist nicht zu vermeiden, dass wir in unseren Texten Worte verwenden, die Sie vielleicht nicht immer verstehen. In unserem Lexikon finden Sie Antworten.


Chelate (von griech. Chele = Krebsschere) sind metall-organische Komplexe, bei denen ein Metallkation von einem größeren organischen Molekül (Spezielle Liganden - die Chelat-Bildner oder Chelatoren) an mindestens zwei Stellen scheren- oder klammerartig gebunden ist. Das Bindungsverhalten des betreffenden Metallkations an den Komplex-Bildner verbessert sich durch die Chelat-Bindung da eine mehrfache Metall-Ligand-Bindung vorliegt. Metall-Chelat-Komplexe finden daher breite Anwendung in der Technik, aber zB. auch bei der Düngung und zur Behandlung von Schwermetallvergiftungen Anwendung.
Bei der Behandlung von Schwermetall-Vergiftungen ist darauf zu achten, dass die Chelate gleichzeitig auch essentielle Mineralien reduzieren (z.B. Kalzium und Zink), was zu gesundheitlichen Konsequenzen führen kann und ebenfalls im Zuge einer Entgiftung behandelt werden sollte.
Beispiele für diese toxikologisch relevanten Chelate, die Komplexe mit Schwermetallen formen, sind:
- Calcium-EDTA für Blei
- BAL (British Anti Lewisite, 2,3-dimercaptopropanol) für Arsen, anorganisches Blei und anorganisches Quecksilber.
- Penicillamin für Kupfer und Blei
(Blutwäsche wäre eine andere Möglichkeit die Schwermetalle aus dem Blutstrom zu entfernen, ist jedoch ineffektiv bei bereits gebundenen Formen der Schwermetalle)
In der Natur kommen auch häufig Chelat-Verbindungen vor, wie z.B. im Chlorophyll, in dem das Mg2+ - Ion chelatartig an ein Porphyrin-System gebunden ist. Viele im Boden vorkommende organische Verbindungen z.B. Huminsäuren, Aminosäuren und Carbonsäuren können Chelate bilden und damit Metallkationen aus Tonmineralen herauslösen; sie tragen so zur Verwitterung bei.
siehe auch Chelat

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